Profing-Session Thema: Bearbeiteter MIssbrauch von Mia - Profiler 7

Vorinformation für den Leser
Im folgenden Text, der eine Zusammenfassung einer Profiling-Session ist, fallen die Begriffe -Supervisor-, -Therapeut- und -Editor-. Der Supervisor ist der aufsichtsführende Leiter der Session, er ist nur bei Lehr- bzw. Prüfungssessions anwesend. Der Therapeut begleitet den Klienten auf dessen Innenweltreise. Der Editor fasst den Verlauf der Session im Nachhinein schriftlich zusammen. Der Name der Klientin dieser Session wurde geändert. Sieht sich die Klientin dabei in ihrer Kindheit, sieht sie ihr inneres Kind, wird dieses als -die kleine...- bezeichnet. -Die große...- steht für die Erwachsene.
Vorgespräch
Mia möchte überprüfen, ob das bereits bearbeitete Missbrauchsthema aus ihrem Säuglingsalter, an dem ihr Vater beteiligt war, gänzlich abgeschlossen ist.

Qualität des Eingangsraumes
Eine große doppelflügelige Holztür trägt ein Messingschild mit der Aufschrift BEARBEITET, was Mia erstaunt. Die Tür führt zu einem runden Saal, dessen Fußboden schwarz-weiß gefließt ist. Der Raum gleicht einer Empfangshalle mit zwei großen, aufeinander zuführenden Freitreppen im Hintergrund. Die Wände sind verziert und mit Leuchtern versehen. Sie haben weitere Türen. Im Vordergrund steht ein Tisch mit einem Blumenstrauß und einem abgelegten Schlüssel. Der Tisch birgt eine Schublade, die Mia mit dem Schlüssel öffnet. Die Schublade enthält Schreibutensilien wie einen altmodischen Federhalter und ein Blatt Papier. Sie kennt den Raum nicht, fühlt sich dort jedoch wohl. Der Raum ist sehr hell, obwohl nicht erkennbar ist, woher das Licht kommt.

Botschaft des Raumes
Der Raum äußert: „Ich stehe für eine runde Sache.“ Danach öffnet sich eine Tür und Mias Vater erscheint. Mia ist ungläubig, weiß nicht zu deuten, was „die runde Sache“ und ihr Vater miteinander zu tun haben.
(Anmerkung des Editors: Die Aufschrift des Messingschildes -bearbeitet-, das Aussehen des Raumes und dessen Botschaft korrelieren miteinander. Der Raum selbt ist rund, die runde Sache, die Botschaft des Raumes, ebenfalls. Eine runde Sache ist bekanntlich eine zum Abschluss gebrachte, gelungene Handlung. Der Begriff -bearbeitet- ist damit gleichbedeutend. Der Vater Mias, der ja den Missbrauch begangen hat, erscheint in einer für Mia angenehmen Umgebung und im ummittelbaren Zusammenhang mit dem Begriff -runde Sache-. All dies deutet darauf hin, dass die Bearbeitung des Missbrauchsthemas abgeschlossen ist. Im anderen Fall müsste es im Verlauf dieser Session nochmals auftauchen.)

Verlauf der Session
Der Vater mahnt zur Eile. Er will mit Mia schnell zu einem Geburtstag gehen. Mia fühlt sich in der Gesellschaft ihres Vaters wohl. Das ist für sie jetzt selbstverständlich.

(Anmerkung des Editors: Mia hat vor der Bearbeitung des Themas ihrem Vater gegenüber Groll und Abneigung empfunden.)

Die Geburtstagseinladung hat Mias Vater in die Schublade des Tisches im Eingangsraum gelegt. Auf dem Zettel stehen die Angaben -18. Mai, 16.30h-. Mia kennt niemanden mit diesem Geburtsdatum. Der Vater möchte sie mitnehmen. Es kommt ihr wie eine Überraschung vor. Er äußert, dass die Mutter auch der Einladung nachkäme. Sie sei schon unterwegs. (Anmerkung des Editors:
In welcher Weise die Mutter der Einladung zum Gebutrstag bereits nachgekommen ist, zeigt sich im weiteren Verlauf der Session.)
Mia sieht in einem Park mit Blumenbeeten einen Brunnen vor sich, der ihr zu trinken anbietet.
Sie wundert sich, weshalb der Vater sie zur Eile drängte, wenn sie sich nun hier allein aufhalten. Sie fühlt sich mit ihrem Vater wohl und lässt es ihn wissen. Er hat die gleichen Empfindungen bezüglich Mias.
Der Vater sieht traurig, betroffen aus, als Mia ihn nach dem Grund für ihren Aufenthalt hier fragt. Sie spürt ein Pieksen im Unterleib und findet es angenehm, dass ihr Vater sich um sie sorgt.
Sie bittet ihn bezüglich des Pieksens um Auskunft. Der Vater antwortet: „Dein Unterleib hat Schaden genommen und muss erst ausheilen.“ Mia empfindet es als schön, dass ihre körperlichen Beschwerden vom Vater wahrgenommen werden und sie ihm nicht gleichgültig ist. Sie teilt es ihm mit.

(Anmerkung des Editors: Die fürsorgliche, aufmerksame und wohlwollende Einstellung des Vaters gegenüber seiner Tochter ist auch ein Indiz für die abgeschlossene Bearbeitung des Missbrauchsthemas. Ein weiteres diesbezügliches Anzeichen ist die Umgebung, in der sie sich treffen, mit positiven Qualitäten wie Blumenstrauß auf dem Tisch, Licht, Park mit Blumenbeeten.)

Der Supervisor weist Mia darauf hin, dass Mia das körperliche Sypmtom, das Pieksen im Unterleib, schon einige Tage vor der Session erwähnt hat. Es sei ab und zu noch da. Mia berichtet, dass sie früher während der Periode unter Unterleibskrämpfen litt und das Pieksen mit der Diagnose auf Krebsverdacht bzw. auf Vorform von Krebs zeitgleich auftrat. Jetzt „piekst“ es noch sporadisch.

(Anmerkung des Editors: Der körperliche Schmerz zeigt, dass hier noch etwas bearbeitet werden muss.)

Der Supervisor schlägt vor, den Vater zu fragen, was noch zum Ausheilen fehlt. Er antwortet, dass Mia keine Kinder bekommen kann, solange das Pieksen nicht ganz weg ist. Mia hat sich, wie sie sagt, „vom Verstand her“ entschieden, zumindest jetzt keine zu bekommen. Sie räumt jedoch ein, nicht zu wissen, was in einigen Jahren sein wird. Sie sagt: „Ich finde den Gedanken unheimlich, dass ich in einer Art und Weise kaputt sein könnte, die es mir nicht mehr ermöglicht, Kinder zu kriegen.“ Die Entscheidung vom Verstand her sei eine „andere Sache“, so Mia wörtlich.
Sie fragt den Vater erneut, was zum Ausheilen des Unterleibs nötig sei. Sie spürt einen Druck im Kopf. Der Therapeut schlägt vor, falls der Vater nicht helfen kann, ihn zu fragen, von wem Hilfe zu erwarten sei. Darauf sieht Mia ihren Engel. „Der weiß immer Bescheid“, äußert sie.

(Anmerkung des Editors: Engel gehören mit zu inneren Instanzen, die hilfreich zur Seite stehen.)
Er wird zum Ausheilen des Unterleibs um Hilfe gebeten. Mias Hüfte schmerzt.

(Anmerkung des Editors: Sobald Mia das Ausheilen des Unterleibs erwähnt, empfindet sie körperliche Symptome: Pieksen im Unterleib, Druck im Kopf, Schmerzen in der Hüfte. s.o.)

Vom Engel kommt die Botschaft, Mia hätte ein Kind nicht ausgetragen. Sie kann diese Botschaft mit dem Verstand nicht einordnen, weil sie ihres Wissens nach niemals schwanger war. Mia soll sich auf Vorschlag des Supervisors zeigen lassen, was der Engel damit meint. Sie hat ein sonderbares Körpergefühl, das sie nicht einordnen kann. Sie fühlt sich schwer und warm, hat aber kein Bild dazu. Der Supervisor schlägt vor herauszufinden, ob all dies mit Mias abgetriebener Tante zu tun hat, weil es hier um ein abgetriebenes Kind geht.

(Anmerkung des Editors: Dem Supervisor ist bereits aus der Familiengeschichte Mias bekannt, dass ihre Großeltern ein Kind vor der Geburt von Mias Mutter abgetrieben haben. Mia hält dieses Kind für weiblichen Geschlechts. Es wäre demnach Mias Tante.)

Als Mia diese Frage stellt, nickt der Engel. Mia wird schwindelig. Sie atmet schwer: „Ich fühle mich, als ob ich auf einem Untergrund läg`, der ganz schnell hin und her wackelt.“ Sie empfindet weiterhin Wärme, Schwere und einen Druck hinter den Augen und fühlt sich in der Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt. „Ich fühl`mich ziemlich lahm durch diese Schwere“, äußert sie.

Auf die Frage des Therapeuten, wie alt sie sei, antwortet Mia: „Ich habe keine richtige Form. Ich sehe nur dunkles, glänzendes Zeugs.“ Der Supervisor schlägt vor, die Situation von oben zu betrachten mit dem Bewustsein der jetzigen Mia.
Die heutige Mia hat das Bild, dass dunkle Gebärmutterschleimhautstücke entfernt werden. Sie bringt das vorher empfundene Wackeln mit der Abtreibung in Verbindung.
Der Engel soll Klarheit verschaffen. Als Mia ihn anspricht, beginnt sie zu weinen. „Ich hab`das Gefühl, die holen mich da `raus“, schluchzt sie. Der Engel stimmt kopfnickend zu.

(Anmerkung des Supervisors: Das scheint eine Verbindung zu sein zwischen deiner Tante und dir. Du wolltest scheinbar schon mal kommen in diese Familie.)

Mia weint heftig. Sie sieht ihre heutige, bereits verstorbene Oma, den abtreibenden Arzt und die Schale, in der sie, das abgetriebene Kind, liegt. Weinend zeigt sie zeigt der Oma die Schale mit den Worten: „Oma. Das bin ich. Ich weiß nicht, ob dir das bewusst ist. Du hast es die ganze Zeit an mir (der heutigen Mia, Anm. des Editors) wieder gutzumachen versucht.“

„Die Oma weiß das sehr wohl“, äußert Mia. Die Oma soll sich anschauen, wie es Mia geht. „Oma, das belastet mich“, äußert sie, „und das hat irgendwie auch damit zu tun, dass mein Vater mich missbraucht hat.“

Das wollte die Oma nicht. Mia glaubt ihr, sie weint heftig: „Das macht es noch beschissener, dass so viel Elend passiert einfach nur, weil die Leute blöd sind.“ Der Oma tut es leid, so gehandelt zu haben. Auf Vorschlag des Supervisors fragt Mia die Oma, ob es wirklich aus „Blödheit“ passiert ist. Das bejaht diese, was Mia nachvollziehen kann. Die Oma ist bereit, Mia bezüglich des Missbrauchsthemas zu helfen.
Der Supervisor schägt Mia vor, mit der Kleinen von damals in Kontakt zu gehen. Mia hat das Gefühl sich mit dem kleinen „Fleischknubbel“, wie sie ihn nennt, noch intensiv befassen zu wollen. Inzwischen kümmert sich die Oma um die Kleine. Mia ist sehr bewegt, weint wiederum. Der Engel ist noch da.
Der Supervisor schlägt vor, mit der Oma und dem kleinen „Knubbelchen“ zu vereinbaren, zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam eine Klärung vorzunehmen. Das empfindet Mia als, wie sie sagt, „Riesenerleichterung“.

Mia sieht ihren Vater wieder im Garten stehen. Sie kehrt zu ihm zurück. Sie fühlt sich wohl und teilt ihm mit, dass das Erlebte für sie sehr erleichterd war. Der Vater lächelt sie an. Das war es, was er Mia zeigen wollte. Was für ein Geburtstag!
Zwischen dem Vater und der Tante besteht eine Verbindung. Der Vater zeigt Mia den Arzt, der die Abtreibung vorgenommen hat. Der Vater bestätigt unter Weinen, dass er der Arzt war, der damals das Kind abgetrieben hat. Mia ist sehr berührt.

(Anmerkung des Editors: Es wäre zeitlich möglich. Das Kind, Mias Tante, wurde etwa 1949 abgetrieben. Mias Vater wurde 1956 geboren. Der Arzt müsste demzufolge zwischenzeitlich gestorben sein.)

Mias Vater wollte sich bei ihr bereits in einer früheren Session entschuldigen. Jetzt erfährt Mia, dass er sich für alles, was er ihr angetan hat, entschuldigen will. Das gibt ihr ein gutes Gefühl. Ihr Vater ist bereit, Mia bei der Auflösung dieses Themas zu helfen. Gefragt, ob noch etwas zu ihrer Heilung fehlt, zeigt der Vater auf Mias Mutter und Schwester.

Der Therapeut bittet Mia, beide auftauchen zu lassen. Die Schwester bestätigt, dass Mia mit ihr noch etwas zu klären hat. Mia fühlte sich in der Kindheit der Schwester gegenüber zurückgesetzt. Als die Schwester gefragt wird, ob sie mit Mias Missbrauchsthema zu tun hat, antwortet sie, in gleicher Weise betroffen gewesen zu sein. Die Schwester ist zu etwa 25% am Thema beteiligt, die Mutter Mias zu etwa einem Drittel.

Mia sieht sich als Zweijährige in folgender Situation. Der Vater und ihre dreijährige Schwester bekucken und lesen Bilderbücher. Mia steht „wie ein Trottel daneben“, wie sie sagt. „Ich darf nicht mit `reinkucken, weil die denken, ich bin zu blöd dafür“, äußert sie weiter. Mia ist eifersüchtig. „Ich bin sauer auf euch“, sagt sie. Der Vater und die Schwester sind überrascht, sie staunen, dass Mia das doch schon kann. Die Schwester wird gefragt, ob es außer den drei Punkten (sich zurückgesetzt zu fühlen, für blöd gehalten zu werden und eifersüchtig zu sein) noch weitere gibt. Manchmal war die Schwester gemein. Mia sagt: „Manchmal hat sie mich ausgeschmiert. Sie hat eine fiese Seite.“ Die Schwester ergänzt, dass das Austricksen auch eine Form von Missbrauch ist.

(Anmerkung des Editors: Hier zeigt sich der Zusammenhang zwischen dem bereits bearbeiteten Thema sexuellen Missbrauchs und den in dieser Session auftauchenden Themen, die auch Formen des Missbrauchs darstellen: die Abtreibung, die austricksende Schwester.)

Mias Schwester erklärt sich erst zögerlich zur Hilfe bereit. Mia glaubt jedoch, dass sie ihr helfen wird.
Bezüglich der Beteiligung der Mutter Mias zeigt sich folgende Situation. Mutter und Kinder gehen spazieren. Die Schwester kann gerade laufen, Mia liegt im Kinderwagen und hat das Gefühl, dass die Mutter der Schwester mehr Aufmerksamkeit schenkt als ihr. Das hat sie der Mutter in der Realität schon oft vorgeworfen. Die Mutter antwortet, sie wisse das, sie habe bezüglich des Missbrauchs durch den Vater nicht genug auf Mia aufgepasst. Sie habe nicht davon gewusst.

Mias Mutter ist bereit, ihren 30%-igen Anteil an Mias Thema wegzuräumen.
Mias Oma ist zu 75% am Abtreibungsthema beteiligt, der Arzt zu 100%.
Mia erinnert sich an eine Session, in der ein großer Ballsaal auftauchte, in dem für sie eine Tanzveranstaltung, eine Feier stattfand. Dort war ein Mann anwesend, den Mia nicht erkennen konnte. Dieser Mann ist jetzt wieder da und wird gefragt, was er mit Mias Thema zu tun hat. Er zeigt ihr eine Szene aus einer früheren Session , in der sich Mia als Mann sah und
sich in einen anderen Mann verliebt hatte. Deshalb könne sich Mia nicht mehr gänzlich auf andere Menschen einlassen, deshalb passiere ihr so etwas, erklärt der Mann aus dem Ballsaal. Mia genießt seine Anwesenheit: „Schön, dass du da bist.“ Der Mann äußert weiter, dass Mia dadurch, dass sie noch an ihm hängt, später angreifbar geworden ist.

(Anmerkung des Editors: Diese Angrreifbarkeit bezieht sich auf den sexuellen Missbrauch.)

Auch hätte sie sich nicht gegen ihn wehren können, sie hätte sich einfach verliebt. Es sei einfach passiert. Sie wäre empfänglich gewesen für ihn.

(Anmerkung des Editors: Hier wäre eine Parallele zum Thema Missbrauch zumindest denkbar. Es muss eine gewisse passive Bereitschaft, eine gewisse Affinität vorliegen, um Missbrauch jedweder Art geschehen zu lassen.)
Der Supervisor lässt durch Mia erfragen, ob sie diesen Mann zum Abschluss ihres Missbrauchsthemas noch loslassen muss. Mia empfindet, das garnicht zu wollen. Doch der Mann entgegnet, es wäre besser. Mia spürt einen Druck im Kopf.

(Anmerkung des Editors: Bezüglich der körperlichen Symptome während der Session s. S. 2).
Dieser Mann ist zu 10% an Mias Thema beteiligt und bereit zu helfen.

Mia geht mit allen am Thema Beteiligten zurück in den Eingangsraum. Es erscheint dort niemand zusätzlich, der am Missbrauchsthema beteiligt wäre.
Da die Abtreibungsszene für Mia sehr heftig ist, schlägt der Supervisor vor, diese Szene nochmals auftauchen zu lassen. Mia soll kontrollieren, wie die Oma und der Arzt, die beide Mia ihre Hilfe zugesagt haben, sich verhalten. Beide intervenieren energisch: der helfende Arzt zieht den abtreibenden fort, die helfende Oma hilft der anderen vom gynäkologischen Stuhl.

(Anmerkung des Supervisors: Die beiden sind wirklich bereit, dir zu helfen. Das Bild ist entschärft.)

Das empfindet Mia als gut.

Zurück im Eingangsraum, schreibt der Engel auf einen Spiegel eine große „7“ für sieben Sessions, die noch zur Bearbeitung des Themas nötig sind in einem Zeitraum von allerhöchstens drei Monaten.
Abschließend geht Mia auf der Zeitachse in die Zukunft zu dem Zeitpunkt, an dem die Bearbeitung des Missbrauchsthemas entgültig abgeschlossen ist. Sie fühlt sich gut.
Der Eingagsraum weist folgende Veränderungen auf: in der Vase auf dem Tisch ist ein noch größerer Fliederstrauß, die Schublade für die Schreibutensilien fehlt. Auch auf kleineren Tischen an den Wänden stehen Blumensträuße. Der Raum hat eine durchsichtige Glasdecke im Mandalamuster.

(Anmerkung des Editors: Jetzt wird erkennbar, woher das Licht in den Raum kommt. Vergl. Eingangsraum zu Beginn der Session.)

Die Anwesenden äußern: „Wenn du uns suchst, weißt du ja, wo du uns finden kannst.“ Mia freut sich über die zugesicherte Hilfe.

(Anmerkung des Editors: Das erneute Aufsuchen des Eingangsraumes unter der Voraussetzung, dass die Bearbeitung des Themas dann abgeschlossen sein wird, dient zur Kontrolle. Die einzelnen Raumqualitäten sind allesamt positiv(er) verändert, ein Indiz für dann die gelungene Bearbeitung.)

Abschließende Bemerkungen des Editors
Zur Struktur der Session

Die Formulierung des Themas „bearbeiteter Missbrauch“ ist treffend gewählt worden. Die Bearbeitung des eigenlichen Missbrauchs ist abgeschlossen, denn der Vater Mias tritt in dieser Session nicht mehr als Faktor auf. Auch der Eingangsraum mit seinem oppulenten „Flair“ und der während der Session liebevolle und vertrauensvolle Umgang von Vaters und Tochter miteinander sind weitere Anzeichen für den bearbeiteten Missbrauch.
Ein Auslöser für die noch zubearbeitenden Themen dieser Session könnten die sporadisch auftretenden Unterleibsbeschwerden sein. Der bearbeitete Missbrauch selbst könnte auch als Auslöser gelten, denn er ist die Voraussetzung dessen, was sich in dieser Session offenbarte. Anders ausgedrückt: diese Themen wären wahrscheinlich nicht aufgetaucht, wenn das eigentliche Missbrauchsthema nicht vorab abschließend bearbeitet worden wäre. Tritt doch der Vater tritt in dieser Session als Helfer auf!

Als am Thema ursächlich beteiligte Faktoren erscheinen:
der abtreibende Arzt, zu 100% beteiligt,
die Oma, zu 70 bis 75% beteiligt,
die Mutter mit einem Anteil von etwa 30%,
die Schwester mit 25% Anteil und
der unbekannte Mann mit einer Beteiligung von 5 bis 10%.
Der Leser darf nicht dem Irrtum unterliegen, diese angegebenen Prozentsätze als real anzusehen. Die Summe ergibt mehr als 200%! Die Prozentsätze sind lediglich vom Klienten subjektiv empfundene Anteile der Beteiligten an seinem Thema, sie lassen jedoch die (Ge-)Wichtigkeit der einzelnen Faktoren zueinander erkennen und sind deshalb für den Therapeuten und den Klienten gleichermaßen hilfreich bei der weiteren Zusammenarbeit.

Zur Hochrechnung
Der Raum zeigt nach der als abgeschlossen vorausgesetzten Bearbeitung der noch anstehenden Themen nur geringfügige Veränderungen gegenüber dem Eingangsraum. Der Blumenschmuck ist üppiger, die Tischschublade fehlt und die Decke des Raumes besteht jetzt aus Glas. Der ohnehin schon herrschaftliche, prächtige Raum ist um einige detailhafte Verschönerungen bereichert worden. Dies könnte auch ein Indiz dafür sein, dass die noch anstehenden Themen verglichen mit dem Missbrsauchsthema weniger schwerwiegend sind.
Sonst hätte der Eingangsraum ein kläglicheres Bild liefern müssen, und die Veränderungen wären gravierender gewesen.
Diese Profiling-Session zeigt, dass die abgeschlossene Bearbeitung eines Themas (hier: sexueller Missbrauch) weitere Themen mit selbstähnlichen Eigenschaften (hier: Abtreibung, Missbrauch durch die Schwester) nach sich ziehen kann, praktisch zur Bearbeitung freigibt.